In den vergangenen Wochen hatte ich die Möglichkeit, an mehreren Veranstaltungen in Bayern teilzunehmen, die sich mit Wasserstoff, Energiewirtschaft und regionaler Transformation beschäftigten. Eine davon war ein Workshop des Projekts EnerTECH+ an der Hochschule Hof.

Und genau dort wurde mir erneut eine wichtige Sache bewusst.

Viele Menschen stellen sich die Zukunft des Wasserstoffs noch immer als ein einzelnes konkretes Projekt vor – einen Elektrolyseur, eine Wasserstofftankstelle oder einen Wasserstoffbus.

In Bayern habe ich jedoch etwas anderes gesehen.

Hier geht es nicht nur um einzelne Technologien. Zunehmend wird darüber nachgedacht, wie Energieerzeugung, Speicherung, Verteilung und Verbrauch zu einem funktionierenden Gesamtsystem verbunden werden können. Mit anderen Worten: Es entstehen nicht nur Wasserstoffprojekte, sondern ganze Energieökosysteme.

Ein Beispiel dafür ist das neue dreijährige Projekt EnerTECH+, das die Themen dezentrale Wasserstoffproduktion, Energiespeicherung und Energieeffizienz miteinander verbindet. Gleichzeitig entsteht hier ein neues Forschungs- und Demonstrationszentrum, das als Reallabor für die Erprobung verschiedener Energietechnologien unter realen Betriebsbedingungen dienen wird.

Dabei geht es nicht nur um Wasserstoff.

Das Gebäude wird Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher, Wasserstofftechnologien, Heiz- und Kühlsysteme sowie ein intelligentes Energiemanagement miteinander kombinieren. Ziel ist es nicht, einzelne Technologien getrennt voneinander zu testen, sondern ihr Zusammenspiel und ihr Verhalten innerhalb des gesamten Energiesystems zu verstehen.

Genau darin sehe ich einen der wichtigsten Trends der heutigen Energiewirtschaft.

Die Zukunft wird wahrscheinlich nicht einer einzigen Technologie gehören. Sie wird weder ausschließlich auf Batterien noch ausschließlich auf Wasserstoff oder erneuerbaren Energien basieren. Erfolgreich werden jene Regionen sein, die in der Lage sind, verschiedene Technologien entsprechend ihren jeweiligen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen sinnvoll miteinander zu kombinieren.

Von Technologien zur Umsetzung

Während des Workshops ist mir noch etwas aufgefallen.

Die meisten Diskussionen drehten sich nicht um die Frage, ob Wasserstoff sinnvoll ist oder nicht. Viel stärker ging es darum, wie einzelne Technologien zu einem funktionierenden Energiesystem verbunden und in der Praxis eingesetzt werden können.

Das ist aus meiner Sicht ein entscheidender Wandel.

Nach Jahren voller Strategien, Studien und Planungen wird zunehmend über konkrete Lösungen, Betriebserfahrungen und Möglichkeiten des realen Einsatzes von Technologien diskutiert.

Ein interessantes Beispiel war auch der Eigentümer von BTX Energy, der mit seinem eigenen Toyota Mirai der zweiten Generation zum Workshop kam. Es ging also nicht nur um Präsentationen und theoretische Diskussionen, sondern auch um den Austausch praktischer Erfahrungen mit Wasserstoffmobilität.

Gerade solche Beispiele zeigen, dass Wasserstoff nicht nur ein Thema der Zukunft ist, sondern bereits heute konkrete Anwendungen findet.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit findet großen Anklang

Teil des Programms war auch ein interaktiver Workshop zu zukünftigen Themen der Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts EnerTECH+.

Die Teilnehmer schlugen Themenbereiche vor, mit denen sich das Projekt in den kommenden Jahren beschäftigen sollte, und legten anschließend gemeinsam die Prioritäten fest.

Sehr positiv überrascht hat mich, dass das Thema der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Bereich Mobilität auf großes Interesse stieß – insbesondere die Verknüpfung des Bus- und Schienenverkehrs zwischen Tschechien und Bayern.

Damit hat sich bestätigt, dass die Energiewende nicht nur eine Frage der Technologien ist, sondern auch der Zusammenarbeit zwischen Regionen, Institutionen und Menschen.

Genau hier sehe ich auch für die Region Karlsbad großes Potenzial. Aufgrund ihrer geografischen Lage kann sie eine wichtige Rolle bei der Entwicklung zukünftiger grenzüberschreitender Energie- und Verkehrsprojekte spielen.

Was nehme ich aus Hof mit?

🔹 Die Zukunft wird nicht auf einer einzigen Technologie basieren.

🔹 Wasserstoff wird ein Bestandteil eines umfassenderen Energiesystems sein.

🔹 Die regionale Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Bayern hat großes Potenzial.

🔹 Das Thema grenzüberschreitende Mobilität und Verkehr stieß bei den Teilnehmern auf großes Interesse.

🔹 Wenn wir neue Projekte umsetzen wollen, müssen wir Technologien, Regionen und Menschen miteinander verbinden.

Während des Workshops hat sich für mich erneut bestätigt, dass die Zukunft des Wasserstoffs nicht nur in Laboren oder auf Konferenzen entsteht. Sie entsteht vor allem dort, wo Menschen aus Forschung, Industrie, öffentlicher Verwaltung und Regionen regelmäßig zusammenkommen und gemeinsam nach Wegen suchen, konkrete Projekte zu realisieren.

💧 Und genau den Aufbau solcher Verbindungen betrachte ich als einen der wichtigsten Bestandteile der heutigen Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft.

Ich beschäftige mich mit der Entwicklung von Wasserstoffprojekten und Infrastrukturstrategien im europäischen Kontext.

Kristýna Váchalová

Hydrogen Business Development