Eine einfache Formulierung, an der ich mich bei meiner Arbeit häufig orientiere. Denn gute Ideen entstehen viele. Einen echten Wert erhalten sie aber erst dann, wenn es gelingt, sie in konkrete Schritte zu überführen, die richtigen Menschen miteinander zu verbinden und mit ihrer Umsetzung zu beginnen.
Anfang dieses Jahres entstand die Idee, die Wasserstoffplattform des Innovationszentrums der Region Karlsbad über die Grenzen der Region hinaus weiterzuentwickeln – und eigentlich auch über die Grenzen Tschechiens hinaus.
Die Region Karlsbad grenzt an Bayern und Sachsen. Auf beiden Seiten der Grenze haben wir Unternehmen, Forschungsorganisationen, Technologien, Know-how und konkrete Projekte. Warum also nicht eine Plattform schaffen, die die tschechische und die deutsche Seite miteinander verbindet?
Von der ersten Idee bis zur Umsetzung vergingen mehrere Monate. Die Vorbereitung war nicht einfach und das Treffen fand später statt, als wir ursprünglich geplant hatten.
Wir rechneten mit ungefähr dreißig Teilnehmern. Am Ende kamen am 17. September in Hranice bei Aš fast fünfzig Teilnehmer von tschechischer und deutscher Seite zusammen.
Allein das Interesse übertraf damit bereits unsere ursprünglichen Erwartungen.
Zuerst die Menschen. Dann die Projekte.
Der Tag begann mit einem informellen Networking in den schönen Räumlichkeiten der Bibliothek in Hranice bei Aš. Und erneut zeigte sich, wie wichtig persönliche Begegnungen sind.
Networking ist nicht nur der Austausch von Visitenkarten. Es bietet Raum für Gespräche über konkrete Projekte und für das Knüpfen neuer Kontakte, aber auch die Gelegenheit, bestehende Partner einmal etwas anders kennenzulernen als bei einem Arbeitstreffen.
Und manchmal entsteht in einem solchen Gespräch eine Verbindung, die wir im Voraus überhaupt nicht hätten planen können.
Einer der Menschen, die ich dort traf, war beispielsweise ein Vertreter, der sich mit der Entwicklung grenzüberschreitender touristischer Routen und Radwege zwischen Tschechien und Bayern beschäftigt. Auf den ersten Blick ein Thema, das weit vom Wasserstoff entfernt ist.
Innerhalb weniger Minuten kamen wir jedoch auf grenzüberschreitende Bahnverbindungen, touristische Züge, die Verbindung von Kurstädten, Fahrrad- und E-Bike-Verleih sowie Anschlussverkehre zu sprechen.
Plötzlich zeigte sich, dass auch dieses Thema ganz selbstverständlich in ein umfassenderes Konzept grenzüberschreitender Mobilität passt.
Genau deshalb sind solche Plattformen sinnvoll.
Von einzelnen Themen zu gemeinsamen Projekten
Nach dem Networking am Vormittag folgte das Fachprogramm, das Vertreter der Region Karlsbad, Bayerns und Sachsens sowie Unternehmen, Forschungseinrichtungen und regionale Organisationen zusammenbrachte.
Wir sprachen über regionale Energiewirtschaft, Wasserstoff, Infrastruktur, Mobilität, Forschung und Bildung sowie über konkrete Technologien – von Geothermie und natürlichem Wasserstoff bis hin zur Wasserstoffproduktion aus Biomasse.
Ein wichtiges Thema war auch die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der Region Karlsbad und Bayern.
Dabei geht es nicht nur um Wasserstoff. Es geht darum, Energie, Infrastruktur, Mobilität, Forschung, Bildung und Know-how über die Grenze hinweg besser miteinander zu verbinden.
In meiner abschließenden Präsentation stellte ich deshalb grenzüberschreitende Projektmöglichkeiten und das Konzept vor, an dem wir gemeinsam mit unseren bayerischen Partnern arbeiten.
Das Prinzip ist einfach:
Eine Grenze sollte Energiesysteme, die gemeinsam funktionieren können, nicht voneinander trennen.
Und zum Schluss die Realität
Nach den Präsentationen folgte eine Exkursion zur Farma Trojmezí, wo wir von Visionen und Projektkonzepten zur praktischen Nutzung von Wasserstoff übergingen.
Eigentlich war dies ein symbolischer Abschluss des gesamten Tages.
Die Organisation der deutsch-tschechischen Wasserstoffplattform war anspruchsvoll. Das Ergebnis hat unsere Erwartungen aus meiner Sicht jedoch übertroffen.
Nicht nur aufgrund der Teilnehmerzahl, sondern vor allem aufgrund dessen, was innerhalb eines einzigen Tages zwischen den Teilnehmern zu entstehen begann.
Neue Kontakte entstanden. Neue Themen wurden eröffnet. Projekte wurden miteinander verknüpft. Und es wurde begonnen, über weitere konkrete Gespräche und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu sprechen.
Und genau das sollte eine Plattform meiner Meinung nach leisten.
Nicht nur über die Zukunft sprechen.
Sondern die Menschen miteinander verbinden, die sie gemeinsam gestalten können.
Von der Vision zur Umsetzung.
Ich beschäftige mich mit der Entwicklung grenzüberschreitender Energieprojekte und Infrastrukturstrategien im europäischen Kontext.
Kristýna Váchalová
Business Development | Grenzüberschreitende Energieprojekte | Wasserstoffstrategien | HyConnect


