Im letzten Artikel habe ich eine einfache These formuliert:
👉 Wasserstoff ist nicht das Problem. Das Problem ist die Umsetzung.
👉 Letzte Woche konnte ich diese These direkt in der Praxis überprüfen.
Ich hatte die Möglichkeit, aktiv an der ersten Energieplattform teilzunehmen, organisiert vom Středočeské inovační centrum.
Es handelte sich nicht um eine klassische Konferenz. Ganz im Gegenteil.
👉 Unternehmen brachten konkrete Herausforderungen aus der Praxis mit
👉 Teilnehmer schlossen sich den Themen nach Relevanz an
👉 Und innerhalb weniger Stunden entstanden Arbeitsgruppen, die nach realen Lösungen suchten
Das Ziel war nicht Präsentation. Das Ziel war Umsetzung.
Zur Veranstaltung kam ich dank Benon Rychlik, der mich angesprochen und schließlich überzeugt hat, nicht nur als Teilnehmerin zu kommen, sondern mit einer eigenen Herausforderung.
Ehrlich gesagt war das keine einfache Entscheidung für mich.
Es war meine erste Veranstaltung dieser Art in der Rolle einer aktiven Teilnehmerin – also nicht nur als Vortragende, sondern auch als Person, um die sich anschließend ein Arbeitsteam bildete.
💡 Meine Herausforderung
Ich konzentrierte mich auf ein Thema, mit dem ich mich langfristig beschäftige:
👉 Wie kann die Energieversorgung der Industrie dort gelöst werden, wo Elektrifizierung allein nicht ausreicht?
Mit Fokus auf:
- lokale Wasserstoffproduktion
- Nutzung von Biomasse und Bioabfällen (einschließlich Klärschlamm)
- Prinzipien der Kreislaufwirtschaft
- und reale Anwendungen in Betrieb, Mobilität oder kommerziellen Bereichen
🤝 Was danach geschah
Nach einer kurzen Vorstellung bildete sich schnell ein Team rund um die Herausforderung.
An einem Tisch trafen sich Vertreter aus:
- Forschung
- Industrie
- Innovationsumfeld
- sowie weitere Energieexperten
Und der wichtigste Teil begann:
👉 die Suche nach realen Anwendungen
🔍 Was die Diskussion zeigte
Sehr schnell wurde klar, dass die Technologie selbst nicht das Problem ist.
Ganz im Gegenteil.
Die Diskussion war sachlich, offen und realistisch. Es ging nicht um „Begeisterung für Wasserstoff“, sondern um:
- konkrete Anwendungen
- Wirtschaftlichkeit
- Verfügbarkeit von Ausgangsstoffen
- und reale Grenzen
Es wurden auch sehr interessante Impulse genannt:
👉 Der Investor muss nicht ausschließlich ein Industrieunternehmen sein
→ es kann sich beispielsweise auch um Kirchen oder Kommunen handeln
👉 neue Ausgangsmaterialien
→ zum Beispiel Textilabfälle (mit offenen Fragen im Hinblick auf RED II/III)
Gleichzeitig bestätigte sich das große Potenzial von:
👉 lokaler Wasserstoffproduktion auf Basis von Biomasse und Bioabfällen – insbesondere dort, wo Produktion und lokaler Verbrauch direkt verbunden werden können und Transporte minimiert werden.
⚠️ Realität aus der Praxis: Ostrava
Sehr wichtig war auch die Diskussion mit Kollegen aus Ostrava.
Es wurden konkrete Beispiele genannt:
- geplante Wasserstoffbusse → nicht umgesetzt
- Wasserstoffzüge → durch andere Lösungen ersetzt
Der Hauptgrund war die Wirtschaftlichkeit.
Aus meiner Sicht geht es dabei jedoch nicht nur um die Kosten der Technologie.
👉 Entscheidend ist, wie das Projekt aufgebaut ist.
- ob der richtige Technologiemix gewählt wurde
- ob das Geschäftsmodell sinnvoll ist
- und vor allem:
👉 ob es jemanden gibt, der das Projekt tatsächlich steuert und koordiniert
🧠 Wo das eigentliche Problem liegt
Und genau hier kehren wir zur ursprünglichen These zurück:
👉 Technologien existieren
👉 Studien existieren
👉 Interesse existiert
👉 aber Projekte enden oft auf dem Papier
Der Grund ist überraschend einfach:
👉 Es fehlt jemand, der alles zusammenführt und bis zur Umsetzung begleitet
Also eine Rolle, die:
- einzelne Technologien verbindet
- Partner koordiniert
- mit Investoren kommuniziert
- Förderinstrumente nutzt
- und das Projekt als funktionierendes Gesamtsystem zusammenhält
Ohne diese Rolle bleiben die meisten Projekte in der Studienphase.
🔧 Was ich daraus mitnehme
Für mich persönlich war dies eine sehr intensive Erfahrung:
- erster Auftritt in dieser Rolle
- erste Leitung eines Arbeitsteams
- erste direkte Konfrontation mit der Realität verschiedener Branchen
Es war anspruchsvoll.
Aber gleichzeitig sehr wertvoll.
👉 Es hat mir bestätigt:
✔ die Technologien existieren
✔ die Ideen existieren
✔ das Interesse existiert
👉 entscheidend ist jedoch:
👉 die Fähigkeit, diese Elemente zu verbinden und umzusetzen
🔗 Wie es weitergeht
Wenn wir wollen, dass Wasserstoffprojekte tatsächlich entstehen:
👉 reicht es nicht aus, nur über Technologie zu sprechen
👉 wir müssen auch über:
👉 ihre Umsetzung sprechen
Und genau hier sehe ich das größte Potenzial für die nächsten Schritte.
📌 (auf dem Foto: Ergebnis der Teamarbeit während des Workshops – Identifikation von Anwendungen, Partnern und Risiken)
Ich beschäftige mich mit der Entwicklung von Wasserstoffprojekten und Infrastrukturstrategien im europäischen Kontext.
Kristýna Váchalová
Hydrogen Business Development